Ausbildung von Nachwuchskräften

Bis Juli 2007: Ausbildung von Nachwuchskräften

 

Innerhalb Israels ist eines der schwierigsten Themen die Wahrnehmung der Staatsbürgerschaft als ein allgemeingültiges, unumschränktes Recht für alle Bürger. Israel ist zwar als jüdischer Staat definiert, versteht sich aber auch explizit als Heimat aller seiner Bürger, auch der nicht-jüdischen. Gerade in der heutigen Zeit besteht mehr denn je die Notwendigkeit, eine Atmosphäre der Koexistenz im Staat Israel zu fördern und die rechtsstaatliche und zivilgesellschaftliche Verhältnisse auf allen Ebenen und in allen Sektoren des Staates durchzusetzen.

 

Die Jugendlichen von heute, sind die Entscheidungsträger von morgen. Die Zukunft des Landes (und des Konfliktes) liegt also in ihren Händen. Aufgrund der Realität des Nahostkonflikts ist es absehbar, dass friedensfördernde und vertrauensbildende Maßnahmen noch für lange Zeit durchgeführt werden müssen, um Erfolg zu zeitigen. Um auch in der Zukunft Entscheidungträger zu haben, die sich der Komplexität des Konflikts, seiner Langwierigkeit aber auch seiner ultimativen Lösbarkeit bewusst sind und die generell die Bereitschaft besitzen, soziale und politische Verantwortung zu übernehmen, muss früh und an geeigneter Stelle mit der Ausbildung potenzieller Nachwuchskräfte begonnen werden. Geeignet für die zukünftige Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung sind zumeist Jugendliche, die schon während Schule und Ausbildung aktiv an der Organisation und Vertretung der Belange ihrer Gruppe teilnehmen.

Das Projekt „Friedenspfeiler“ wendete während der Zeit dieser Maßnahme „Ausbildung von Nachwuchskräften“ folgerichtig an Schülervertretungen in den regionalen und lokalen Mittelschulen  (Gymnasien).

 

Die Teilnehmer/innen wurden hierzu im Laufe eines eines Schuljahres für die Themen bi-nationale Kooperation und inter-kultureller Dialog und Begegnung sensibilisiert. Gleichzeitig wurden sie zur Übernahme eigener Projektinitiativen und sozialer Verantwortung in- und außerhalb ihrer Schule aufgefordert. Das notwendige Handwerkszeug und die erforderlichen Kenntnisse wurden ihnen dabei ebenfalls im Laufe der Kurse vermittelt. Die Themenbereiche waren vielfältig; so zum Beispiel Verständigungs- und Friedensarbeit, Jugendinitiativen, Ökologie, soziale Gerechtigkeit usw. Diese Maßnahmen wurden während des gesamten Jahres von den Projektleitern und Pädagogen betreut und evaluiert. Am Ende des Projektjahres wurden geeignete Abgänger zur weiterführenden Mitarbeit in diesen Projekten motiviert.

 

Auch dieser Projektpfeiler arbeitete mit großem Erfolg und die Gruppenleiter haben in ihren Schulen tatsächlich eine Generation von jungen Nachwuchskräften geschaffen, die man mit gutem Recht als Führungspersönlichkeiten, als Vorbilder mit dem Potenzial zur Meinungsführerschaft innerhalb ihrer „Peer-Groups“ bezeichnen kann. Im Laufe des Projektesd wurden später auch die Lehrer und Schulleiter stärker in den Prozess mit eingebunden. Auch sie sollten von den Lernerfolgen ihrer Schüler profitieren und selbst etwas zu diesem Themenspektrum dazulernen. Auch hier war dem Projekt ein großer Erfolg beschieden und viele Lehrer und Rektoren nahmen die Seminarangebote an.

 

Das Projekt „Ausbildung von Nachwuchskräften“ lief mit dem Ende des Schuljahres 2006/2007 aus. Sein Nachfolger wurde der Projektfeiler „Junges Theater“. Das Projekt ist jedoch nicht vollends vom Programmkanon Havatzelets verschwunden: In den Programmen Children Teaching Children und Young Arab Leadership in auf dem Campus von Givat Haviva laufen schon seit Jahren sehr ähnliche Projekte zur Nachwuchsförderung. Auch die Jugendorganisationen Hashomer Hatzair (jüdisch) und Aj’iel (arabisch) sind stark in der Nachwuchsförderung und der Heranbildung junger Eliten involviert.