Wie bereits dargelegt, gibt es relativ wenig Berührungspunkte zwischen Juden und Arabern in Israel. Vor allem in der jüdischen Öffentlichkeit ist das Verständnis über gegenwärtiges kulturelles und nationales Selbstbewusstsein und die Identität der Araber in Israel sehr klein und überlagert von konfliktbedingten Vorurteilen. Die Berichterstattung in den jüdischen Medien zum Thema Araber ist äußerst spärlich und dann zumeist noch negativ. Aber auch das arabische Bild von den Juden besteht vor allem aus Vorurteilen und Stereotypen.
Das Projekt „Friedenspfeiler“ übernimmt daher auch Öffentlichkeitsarbeit. Im ersten Schritt wurde ein intensive Veranstaltungsreihe in Tel-Aviv (dem jüdischen Zentrum des Landes) abgehalten. Ziel war es, Wissen über und Bewusstsein um die unterschiedliche Aspekte arabischer Realität in der jüdisch dominierten Kultur und Gesellschaft zu verbessern. Die Veranstaltungen wurden begleitet durch intensive Medienarbeit zur Vergrößerung des Wirkungsfeldes dieses Pfeilers der Projektaktivität. Ausführendes Organ ist das alterhwürdige und Bekannte Tzavta-Theater, eine Perle israelischer Klein- und Alternativkunst. Aufgrund des durchschlagenden Erfolgs dieser Veranstaltung wurde in den sie in den Folgejahren auch auf andere Landesteile, insbesondere die israelische Peripherie ausgeweitet. Es wurde auch der arabische Bevölkerungssektor mit in den Tourplan mit aufgenommen und berühmte jüdische Künstler und Gaststars neben den arabischen Beiträgen auf Tour geschickt.
Mittlerweile ist das „Festival Culture of Peace“ im sechsten Jahr seiner Existenz und zu einem festen Bestandteil des israelischen Kulturjahres geworden – jüdisch und arabisch. Weitere Festspielporte wurden hinzugenommen. Tel Aviv, Haifa, Akko, Nazareth, Be’er Sheva und dieses Jahr zum ersten Mal das unter Bombardement stehende Sderot, sowie die Bedouinenstadt Laham im Negev. Mit steigendem Bekanntheitsgrad und steigenden Besucherzahlen gehört das „Festival Culture of Peace“ definitiv zu den größten Erfolgsstories der letzten Jahre.