Exkursionen sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit mit Jugendlichen und auch bei Amudei Shalom ist das nicht anders. So unternahmen am Wochenende des 20.-21. März diesen Jahres Jugendliche der arabischen Jugendbewegung “Ag’ial” einen Wanderausflug im Naturschutzgebiet von Ein Gedi, in der Nähe des toten Meeres. Die knapp 80 Auflügler (10 Gruppenleiter und 70 “Gruppenkinder”) verbrachten zwei aufregende Tage mit Wanderungen, Spielen, Workshops und Erklärungen zur Besonderheit und dem schützenswerten Charakter des Gebietes von Ein Gedi.
Natürlich stehen Ausflüge und Spiele auch bei Amudei Shalom im Dienste einer höheren Sache und so waren die vorrangigen Ziele der Exkursion das Finden und Erreichen von persönlichen Grenzen, die Übernahme von Verantwortung und natürlich die Bildung eines von Gruppenzusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl getragenen Miteinanders.
Die meisten der Gruppenleiter hatten hier zum ersten Male die Gelegenheit, eine großangelegte Freizeit inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten und durchzuführen. Auch Gruppenleiter müssen Führungsqualitäten schulen und ständig weiterentwickeln. Die Organisation von Auflügen und Freizeiten ist hierbei das beste Mittel. Besonders in einer so jungen und dynamischen Umgebung wie einer Jugendgruppe ist beständige Weiterbildung ein Muss.
Aber auch für die eigentlichen Teilnehmer des Ausflugs war das Wandern und das Übernachten in Zelten nur ein Teil der eigentlichen Erfahrung. Für sie ging es vor allem um das Ausloten von persönlichen Grenzen, um die Bildung von Vertrauen zu ihren Gruppenleitern und dem Leitungsteam und nicht zuletzt, um das bewusste erleben der Naturlandschaft Judäas, dem Bewusstsein für seine Einzigartigkeit als nationaler Naturschatz, sein Schutzbedürfnis. Eine der Aufgaben war auch, die persönlichen und ‘nationalen’ Bindungen zum Land zu hinterfragen. Immerhin ist es auch dieses Land, das bei einem Ausflug so schön und friedlich wirkt, an dem sich auch der Konflikt konzentriert.
Und so schleppten sich an diesem Wochenende mehrere verschiedene Wandertrupps durch die zerklüfteten Täler rund um Ein Gedi, verbrachten die Nacht in verstaubten Zelten, sprachen viel über Natur, die Verhältnisse untereinander und die Bedeutung von Heimat. Und natürlich wurde auch viel gelacht, gut gegessen und des Nachts am Lagerfeuer gesungen. Wie es sich eben für einen anständigen Ausflug gehört.
Bald werden sich die meisten von Ihnen mit ihren jüdischen Partnergruppen zu einem gemeinsamen Wochenende im Norden des Landes treffen. Dann die Zeit kommen, sich aneinander abzuarbeiten; und nicht zuletzt: voneinander zu lernen.