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Seit 2003 arbeitet das Projekt Amudei Shalom - Friedenspfeiler unter dem Dach Havatzelets, in Zusammenarbeit mit den Jugendbewegungen Hashomer Hatzair (jüdisch) und Agjiyal (arabisch) sowie dem Tzavta-Theater in Tel Aviv an der Stärkung der Beziehungen zwischen jüdischen und arabischen Bürgern Israels. Mit Hilfe der langjährigen Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung hat sich das Programm mit seinen Jugendbegegnungen und Theaterarbeit etabliert. Das jährlich im Rahmen des Projekts stattfindende Festival “Culture of Peace” ist zu einem festen Termin im israelischen Kulturkalender geworden. Wir sind stolz, alle Prüfungen, die uns die Situation im Nahen Osten bisher auferlegt hat, in unserer Projektarbeit überwunden zu haben: Anschläge radikaler Palästinenser und die Vergeltungsaktionen seitens der israelischen Sicherheitskräfte, verbale Feindseligkeiten, innerisraelische Probleme zwischen Juden und Arabern und selbst ein ausgewachsener Krieg im Jahre 2006 konnten bei unseren Teilnehmern den Willen zum Dialog nie wirklich schmälern. Im Gegenteil, glauben wir, an diesen Problemen auch gewachsen zu sein. Durch die Auswüchse des Hasses und Misstrauens, sehen sich viele Teilnehmer und die Leiter des Projektes in ihrer Mission bestätigt: Dialog und Kooperation sind der einzige zukunftsweisende Weg für die Region. Die jüngsten Ereignisse im Gaza-Streifen und in Süd-Israel haben allerdings eine weitaus tiefgreifendere Bedeutung und sie haben auch unser Programm vor die bisher härteste Probe gestellt. Der jüdisch-arabische Dialog in Israel ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Schatten, die dieser Krieg wirft sind lang und daher nicht nur rund um Gaza, sondern in allen Teilen des Landes zu sehen: Palästinensische Teilnehmer bangen um Verwandte in Gaza, manch israelischer Gruppenleiter wurde durch die Mobilisierung der Reserve der IDF zum Kriegsdienst eingezogen und auch viele Teilnehmer unseres Programmes im Süden des Landes flücheten oft mehrmals am Tag vor den Raketen der Hamas in die Bunker. Ruhe und Ausgeglichenheit konnte auf beiden Seiten kaum einer bewahren, in den letzten Wochen. Unter solchen Umständen ist eine kontinuierliche Friedens- und Dialogsarbeit fast unmöglich. Und so hat auch das Projekt Friedenspfeiler seine Feldarbeit reduziert, arbeitet entsprechend der Möglichkeiten, in unilateralen rein jüdischen oder rein arabischen Begegnungen. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich jedoch auf die Inhalte und Ziele unsere Projektes. Bereits in der Hochphase der Auseinandersetzungen trafen sich Gruppenleiter und Projektleitung – jüdisch und arabisch – regelmäßig zu Besprechungen, um den Stand der Dinge zu diskutieren, sich selbst über ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen auszutauschen und natürlich auch, um “die Zeit danach”, die Weiterführung des Programms nach Ende der Kämpfe zu planen. Es versteht sich von selbst, dass wir nicht einfach wieder zur Tagesordnung zurückkehren können, sondern dass wir die jüngsten Ereignisse mit unseren Jugendlichen Teilnehmern thematisieren und aufarbeiten müssen und wollen. Geeignete Methoden und Projekte werden die Jugendleiter von Hashomer Hatzair und Agjiyal gemeinsam erarbeiten und mit ihren Teilnehmern vor Ort in uni- und bi-nationalen Treffen umsetzen. Alle Seiten, sowohl die arabischen als auch die jüdischen Jugendgruppen, Teamleiter, das Tzavta Theater und das Team von Havatzelet sind fest entschlossen, auch diese Situation zu meistern und unser Projekt fortzuführen. Wir sehen keine Alternative zu Kooperation und Dialog, zur Friedens- und Demokratieerziehung, wenn wir den Nahen Osten jemals friedlich, sowohl neben- also auch miteinander gestalten wollen. Auch 2009 wird es also wieder gemeinsame Treffen, Freizeiten und Gesprächskreise geben und auch das Festival Culture of Peace wird im Jahr 2009 wie gewohnt im Mai stattfinden: Dafka, wie man hierzulande auf Hebräisch sagt – Jetzt erst Recht! Torsten Reibold – Projektleiter mail: reibold@tkz.co.il 20. Januar 2009 |








